|
Der Hemichromis Lifalili ist so Anspruchslos wie Anspruchsvoll. |
|
|
Die Anschaffung einer Lifalili-Familiengemeinschaft will gut Überlegt sein. Denn so überaus schön und friedlich diese Fische sind, so überaus egoistisch und aggressiv verhalten sie sich in der Brutzeit. Mit einfachen Mitteln lassen sie sich aber auch zur Brut führen. Dabei sind sie gar nicht wählerisch was Wasserqualität, pH-Wert, Temperatur u.s.w. angeht. Es braucht nur die dafür nötigen Ablaichflächen. Grundbedingung: Gross, flach und dunkel. Das kann auch die Wand eines Juwel-Filterkastens sein. Ein herbeigeführtes Tropengewitter reicht und es kann losgehen. |
|
|
|
„Becken ca. 1/4 ablassen und langsam kaltes Wasser mit einer Giesskanne wieder auffüllen.“ Das simuliert es sei genügend frisches Wasser da und erweckt den Eindruck dass der Zeitpunkt für eine Vermehrung jetzt günstig ist. 2 bis 3 Tage später beginnt das Weibchen ihre Eier Reihe auf Reihe an die Ablaichfläche zu kleben, während das jetzt feuerrote Männchen immer wieder darüber gleitet um diese zu befruchten. Im gleichen Atemzug werden alle schaulustigen mit brutalster Aggressivität verjagt. |
|
|
Nach ca. 3 Tagen äusserster Bewachung durch das Männchen und dauerndem Putzen durch das Weibchen schlüpfen dann die Larven und werden im Mund des Weibchens in eine vorbereitete Bodengrube verlegt. Während dieser Zeit werden alle heran schwimmenden Fische „auch doppelt so grosse“ gnadenlos angegriffen und auch ernsthaft verletzt. Die sonst so friedlichen Lifalili’s sind nicht wieder zu erkennen. Nach weiteren 8 Tagen schwimmen dann die Jungen im Schutz der Eltern frei umher. Andere, auch schon erwachsene Lifalili’s gesellen sich ohne Gefahr für die Jungen dazu und werden von den Eltern gerne gesehen. |
|
|
Die einzigen die es wagen und denen es auch gelingt Eier wegzufressen, sind manchmal grössere Saugwelse aber vor allem Schmerlen. Aus unerklärlichen Gründen werden die nicht verjagt und können schon mal das ganze Gelege vertilgen. Grundsätzlich ist aber immer ein zu kleines Becken das Hauptproblem und hat während der Brutzeit für alle Bewohner fatale Folgen, deshalb gilt folgendes: Wer züchten will, hält im Becken mindestens ab 300 Liter ausschliesslich eine Lifalili-Familie (ca. 8 bis 10 Fische) und mehrere kleinere Panzerwelse für die Bodenreinigung. Wer nur die schönen Lifalilis ohne Stress will, hält ca. 5 bis 6 Stück im Gesellschaftsbecken und sorgt dafür, dass sie nicht laichfreudig werden. Diese Zucht-Erlebnisse waren für mich nahezu die schönsten und eindrücklichsten mit diesen sehr dankbaren und doch so anspruchslosen Fischen. |